Bikes vs. Cars zeigt eine globale Krise, über die wir uns längst bewusst sind und über die wir sprechen sollten: Ganze Städte ächzen unter der täglichen Blechlawine und werden von Autos vereinnahmt und verschlungen. Dabei steigt das globale Verkehrschaos stetig und die Klimaverschmutzung und der Lärm werden immer grösser. Welche Alternativen gibt es? Worauf sollten wir uns in Zukunft fokussieren? Ist eine nachhaltige Mobilität möglich?

Der schwedische Regisseur Frederik Gertten geht diesen Fragen auf den Grund und nimmt uns mit auf eine spannende Reise um die Welt mit Beispielen aus Grossstädten. Die brasilianische Metropole São Paulo ist zum Beispiel mit 21 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt auf der Südhalbkugel und versinkt im Verkehrschaos. Sieben Millionen Autos sind auf den Strassen unterwegs. Die Folge: Pendler stehen täglich etwa drei Stunden im Stau – alle vier Tage wird ein Radfahrer getötet. Aber Sao Paulo ist nicht die einzige Stadt, die unter der Blechlawine ächzt. Auch Los Angeles oder Toronto werden klar von der Autoindustrie regiert. So lässt Torontos Bürgermeister Rob Ford die Radgassen der Stadt wieder entfernen um den „Krieg gegen Autos“, welchen Radfahrer betreiben, zu gewinnen. Seiner Meinung nach sind Strassen für Busse, Autos und Lastwagen gebaut worden, und nicht für Menschen auf dem Fahrrad.

Die Autoindustrie verkauft mehr Fahrzeuge als jemals zuvor. Geschätzt wird, dass bis im Jahr 2020 zwei Milliarden Autos verkauft werden. Ein Milliardengeschäft, in welches die Autoindustrie jährlich Millionen für die Lobbyarbeit und Werbung investiert. Bedenklich dabei, im Jahr 2013 wurden 82,8 Millionen Autos verkauft, aber weniger als ein Prozent davon waren Elektofahrzeuge. Im Gegensatz dazu sind in Kopenhagen 40% der Bevölkerung mit dem Fahrrad unterwegs. Ist dies eine Zukunftsvision auch für andere Städte?

Das Fahrrad ist ein erstaunliches Werkzeug für eine Änderung – es ist sauber und gesund! Frederik Gertten lässt Denker und Aktivisten zu Wort kommen, die im Sinne einer Verbesserung der aktuellen Situation kämpfen. Dabei ermutigt er die Zuschauer, sich mittels einfacher Wahrheiten, eine eigene Meinung zu bilden. Ein Film, der sich auch für Autofahrer lohnt, weil er beide Perspektiven gleichberechtigt nebeneinanderstellt.

Der Film wird am diesjährigen Filme für die Erde Festival am Freitag, 23. September 2016  um 18 Uhr in 17 Städten gezeigt. Eintritt ist gratis.

Dieser Film sowie weitere Filme zu diesem Thema sind auf der Filmseite Mobilität aufgelistet.

 

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