Die Post, seit Jahren schon Mitglied bei Filme für die Erde, unterstützt uns in einem zentralen Aspekt des mittlerweile riesigen Filme für die Erde-Festivals: beim Versand. 600 Kilogramm Event- und Druckmaterialien müssen an insgesamt 200 verschiedene Partner und in 17 Städte versandt werden. Dazu kommen Versände an hunderte von Schulen, eine PromoPost in Zug und vieles mehr. Filme für die Erde hat den Anspruch, all dies klimaneutral zu versenden. Mit der Post hat sie einen Partner, der diesem Anspruch vollauf gerecht wird. Das Angebot «pro clima»-Versand ist nur eine von vielen Massnahmen, mit denen die Post die Auswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf die Umwelt Schritt für Schritt senkt. Welche weiteren Anstrengungen die Post für eine ökologischere Welt unternimmt, veranschaulicht das nachfolgende Interview mit Antonia Stalder aus dem Team Corporate Responsibility.

 

FfdE: Wir zeigen dieses Jahr den Film Bikes vs Cars, der verdeutlicht, dass die Zunahme des motorisierten Individualverkehrs, und darunter hauptsächlich den Autos, alle grossen Städte der Welt in die Knie zwingt. Es hat einfach nicht genug Platz für nochmals 2 Milliarden Autos, und die Automobilisten kommen kaum noch von A nach B. Gleichzeitig entstehen riesige Belastungen für Mensch und Umwelt. Was tut die Post, um dem entgegenzuwirken?

cmhq83rwcaeoahrAS: Die Post bewegt täglich eine grosse Zahl Menschen, Pakete und Briefe und ist bestrebt, dies auf möglichst ressourcen- und umweltschonende Art und Weise zu tun. Den Briefträger hört man beispielsweise oft kaum noch kommen, denn mittlerweile sind rund 6‘200 Elektroroller im Einsatz. Freilich kann in der Brief- und Paketauslieferung nicht auf 4-Radfahrzeuge verzichtet werden. Darum setzt die Post auch dort zunehmend auf alternative Antriebe. Inzwischen sind 100 Lieferwagen in der Zustellung mit Biogas unterwegs. Im Hinblick auf den Arbeitsweg ihrer Mitarbeitenden fördert die Post den Langsamverkehr. Zum Beispiel mit Aktionen wie „Bike to work“ oder dem Bewegungsmonat „move for health“, bei dem die Mitarbeitenden dazu aufgefordert werden, sich täglich zu bewegen – was sich wunderbar mit einem aktiven Arbeitsweg kombinieren lässt. Zudem haben alle Postmitarbeitenden in Bern gratis Zugang zu PubliBikes – dem Bike-Sharing-Angebot von PostAuto – und können sich jederzeit kostenlos ein E-Fahrrad leihen.

Seit neuestem sponsern PostAuto und die Post Cargo-E-Bikes – elektrische Lastenräder – 8 in Basel und 6 in Bern, welche über die Plattform „Carvelo2go“ auch von Postmitarbeitenden einfach gebucht werden können.

 

FfdE: Ein wichtiger Trend ist der Einzug von immer mehr intelligenter Technologie ins Transportwesen. Visionen von autonomen und intelligent vernetzten Elektro-Autos versprechen, dass weniger Autos auf die Strasse kommen, diese dafür über 24 Stunden voll genutzt und gleichmässiger befrachtet werden. Amazon erprobt den Einsatz von Paketdrohnen. Forscht und experimentiert auch die Post mit neuartigen Transporttechnologien?

skycartDies sind in der Tat bedeutende Entwicklungen, die auch die Post sehr aktiv mitverfolgt. Aktuell testet die Post selbst Paketdrohnen und seit kurzem Lieferroboter für die Zustellung sowie im ÖV autonom fahrende Shuttles. Bei allen neuen Technologien interessiert insbesondere die Frage nach dem Einsatzspektrum und möglichen Ergänzungen des bestehenden Angebots. Drohnen werden die traditionelle Paketzustellung ergänzen, jedoch nicht ersetzen. Sie haben in der Logistik ein grosses Potenzial – vor allem auf der letzten Meile. Sie können vielfältig eingesetzt werden: für den Transporte hoch prioritärer Sendungen (z.B. Laborproben oder dringend benötigte Medikamente), für die Belieferung von Menschen, die abgeschieden wohnen oder um die Versorgung einer nach einem Unwetter von der Umwelt abgeschnittenen Siedlung zu gewährleisten.

Lieferroboter könnten in Zukunft die Zustelllogistik ergänzen und eine Marktlücke füllen, die die Post bisher nicht bedient hat. Die autonomen Shuttles könnten sich für Fussgängerzonen, autofreie Ortschaften oder Firmengelände eignen. Die PostAuto Schweiz AG will als Anbieterin ganzheitlicher Mobilitätslösungen herausfinden, ob und wie diese intelligenten Fahrzeuge Gebiete erschliessen könnten, die derzeit vom öffentlichen Verkehr nicht bedient werden.

 

FfdE: Nun haben wir viel über den Transport gesprochen. Was unternimmt die Post sonst noch, um den Verbrauch von Energie und den Ausstoss von Kohlendioxid zu senken?

Die grossen Paket- und Briefsortierzentren der Post sind alle mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach ausgerüstet. Sie speisen jedes Jahr 5000 Megawattstunden Elektrizität in das öffentliche Stromnetz ein. Wir haben uns zudem verpflichtet, Gebäude zu errichten bzw. zu betreiben, die sehr wenig Energie verbrauchen. Der 2015 bezogene neue Hauptsitz der Post in Bern-Wankdorf ist hierfür das jüngste und mit seinen 30‘000 Quadratmetern Gesamtfläche vielleicht eindrücklichste Beispiel. Er erhielt als erstes Bürogebäude in der Schweiz das internationale DGNB-Zertifikat in Gold. Dieses Zertifikat zeichnet Gebäude aus, für die Energie rationell eingesetzt und erneuerbare Energien genutzt werden und die hohen Anforderungen an die Wertbeständigkeit sowie an das Wohlbefinden der Nutzerinnen und Nutzer genügen. Diesen Sommer hat sich die Post zum Ziel gesetzt, die Energieeffizienz ihrer 32 grössten Standorte bis 2025 um 16 Prozent zu steigern. Damit würden rund 1‘600 Tonnen weniger CO2 ausgestossen.

 

FfdE: Welche Bedeutung hat die Herkunft des Stroms, den die Post selbst verbraucht?

 

Seit 20012 bezieht die Schweizerische Post ihren Strom zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen der Schweiz. 10 Prozent davon sind „naturmade star“-zertifiziert, also sogenannter Ökostrom, d.h. der Strom wird unter anderem von einer Windturbine auf dem Mont Crosin im Jura produziert sowie von diversen Bauernhöfen, Kleinbetrieben und ökologischen Kleinwasserkraftwerken aus der ganzen Schweiz. Damit setzt die Post ein Ziel der Energiestrategie 2050 des Bundes bereits heute um: die Umstellung auf eine saubere, sichere und weitgehend unabhängige Stromversorgung der Schweiz.


FfdE: Das klingt eindrücklich. Gibt es noch ein anderes Highlight, das du uns zum Abschluss erläutern kannst?

Es gibt zahlreiche Aktivitäten für unsere Mitarbeitende. Aber zwei gefallen mir selber speziell gut, weshalb ich sie noch kurz erläutere:

Seit 2015 sammeln wir die Berufskleider unserer Mitarbeitenden ein und spenden sie dem Schweizerischen Roten Kreuz Bern-Mittelland (SRK). Die Massnahme heisst „Ein zweites Leben für Postkleider“ und der Name ist Programm: Nachdem das SRK die Labels entfernt und die Kleider sortiert hat, erhalten diese abhängig von ihrem Zustand ein zweites Leben: Entweder werden sie in Secondhandgeschäften an Personen mit kleinem Budget verkauft, via Schweizer Berghilfe gratis an Bauernfamilien verschickt oder zu Industriematerial wie Putzlappen oder Dämmstoff verarbeitet.

Was ich auch gerne noch erwähne, ist unser Engagement in der Personalverpflegung. Darauf kommt man nicht sofort, wenn man an die Post denkt. Aber bei rund 60‘000 Mitarbeitenden ist auch dies ein wichtiges Thema. Zumal unsere Ernährung in der Schweiz für rund 1/3 der Umweltbelastung verantwortlich ist. Um die Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren, setzen wir in der Personalgastronomie auf das Klimaschutzprogramm „One Two We“. Dieses hat die SV Group, unsere Gastronomiepartnerin, zusammen mit dem WWF ins Leben gerufen. Dank diesem Programm sollen die CO2-Emissionen in den Personalrestaurants gesenkt werden. Zu diesem Zweck wird beispielsweise auf die regionale und saisonale Beschaffung der Lebensmittel geachtet und der Nassabfall reduziert (Stichwort Foodwaste).

Préparation de la navette sans chauffeur par CarPostal le mardi 15 décembre 2015 sur la Place de la Planta à Sion. (PHOTO-GENIC.CH/ OLIVIER MAIRE)

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