Die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) übernimmt als Themenförderer die Film-Kategorie „Gentech-Saatgut“. Wir freuen uns sehr über das Engagement, welches uns ermöglicht, die bestehenden Informationen in der Kategorie up-to-date zu halten und neue Filme zu finden.

Eine gentechfreie Schweiz dank der SAG – was genau bedeutet das?
Dies erzählt uns Yvonne Ammann, Administrations- und Projektleiterin der SAG in folgendem Interview.

FfdE: Warum unterstützt die SAG Filme für die Erde für die Aufarbeitung des Themas Gentechnologie und Saatgut?

Yvonne Ammann: Gentechnologie und Saatgut sind zwei komplexe Themengebiete. Umso wichtiger ist es, dass diese Themen zugänglicher werden und ein Bewusstsein dafür geschaffen wird. Filme sind dafür ein ausgezeichnetes Medium! Menschen werden durch Filme informiert, sensibilisiert und teilweise sogar zum Handeln motiviert. Als Themenförderer möchten wir die redaktionelle Weiterentwicklung unterstützen, damit noch mehr Filme aufgespürt und bekannt gemacht werden können.

FfdE: Welche Rolle spielt die SAG genau in der Schweiz?
Von wem wird die SAG unterstützt?

Yvonne Ammann: Die Schweizer Allianz Gentechfrei engagiert sich seit über 25 Jahren für eine ökologische, vielfältige und gentechnikfreie Landwirtschaft. Sie ist eine Plattform der Diskussion, Information und Aktion für Organisationen und Einzelmitglieder, die der Gentechnologie kritisch gegenüberstehen. Heute wirkt die SAG als Dachorganisation von 25 Schweizer Verbänden aus den Bereichen Umwelt, Naturschutz, Tierschutz, Medizin, Entwicklungszusammenarbeit, biologischer Landbau und Konsumentenschutz.

FfdE: Essen wir heute schon Gentech in ausländischem Mais und Soja?

Yvonne Ammann: In der Schweiz wird freiwillig auf den Import von gentechnisch veränderten Lebens- und Futtermittel verzichtet. Und der Anbau von Gentech-Pflanzen ist durch das Moratorium verboten. Dadurch gibt es in den Schweizer Lebensmittelregalen keine Produkte, die mittels Gentechnik hergestellt wurden. International sieht das ganz anders aus. In der bekanntesten Gentech-Nation, den USA, gibt es kaum mehr Lebensmittel, die frei sind von Gentechnik. Aber: Auch dort beginnt der Widerstand zu wachsen.

FfdE: Was ist von der Neuen Technologie CRISPR zu halten? Sind Monsanto und Co. mit ihren bisherigen Produkten in der Sackgasse?

Yvonne Ammann: Das sind zwei komplexe Fragen. Die CRISPR-Methode wurde vor Kurzem von zwei Forscherinnen entdeckt. Sie ist noch ungetestet und wird kontrovers diskutiert. Monsanto & Co haben mit ihren bisherigen Gentech-Produkten in der Tat ein Problem. In Europa stossen sie auf breite Ablehnung. Mit den neuen Methoden versuchen die Agrarkonzerne ihren Technologien ein besseres Image zu geben, damit die Akzeptanz steigt und sie diese besser vermarkten können. Denn obwohl mit CRISPR im Herstellungsprozess Gentechnik angewandt wurde, ist dies im Endprodukt nicht mehr nachweisbar. Umso wichtiger ist die Frage, ob diese neuen Verfahren als Gentechnik einzustufen sind und reguliert werden müssen oder nicht. Die SAG setzt sich dafür ein, dass die neuen gentechnischen Verfahren einer umfassenden Risikobewertung unterliegen und innerhalb des bestehenden Gentechnikgesetzes reguliert werden.

FfdE: Wie steht es genau mit dem Gentech-Moratorium in der Schweiz? Werden gentechnisch veränderte Organismen überhaupt jemals in die Schweiz eingeführt?

Yvonne Ammann: Ende 2017 läuft das temporäre Verbot für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der Schweiz aus. Der Bundesrat hat sich im Dezember 2015 dafür ausgesprochen, das geltende Moratorium um weitere vier Jahre zu verlängern. Der Entscheid liegt jedoch beim Parlament und wird Ende Jahr oder Anfang 2017 fallen. Parallel dazu möchten die Behörden an der sogenannten Koexistenzverordnung weiterarbeiten. Diese sieht ein Nebeneinander einer Landwirtschaft mit und ohne Gentechnik vor. Die SAG lehnt eine Koexistenz klar ab. Denn in der kleinräumigen Schweiz ist ein Nebeneinander weder ökonomischen noch ökologisch sinnvoll.

FfdE: Habt ihr ein Magazin, mit welchem man solchen Entwicklungen folgen kann?

Yvonne Ammann: Ja, unser Mitgliedermagazin «sag gentechfrei» erscheint fünf Mal jährlich. Darin informieren wir kritisch über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Gentechnologie. Das Magazin ist im jährlichen SAG-Mitgliederbeitrag von Fr. 50.- enthalten. Mehr Informationen dazu gibt es unter: www.gentechfrei.ch.

FfdE: Hast Du persönliche Handlungsoptionen, die jeder einzelne in seinen Alltag integrieren kann?

Yvonne Ammann: Gerade im Lebensmittelbereich empfinde ich es als wichtig, über den eigenen Tellerrand hinauszudenken. Woher kommt mein Essen? Wer hat es produziert? Und Handlungsoptionen gibt es dabei viele. Bewusster und besser geplant einkaufen zum Beispiel. Aus Essensresten neue Gerichte kreieren. Eigene Kartoffeln auf seinem Balkon anbauen. Auch durch gezieltes Einkaufen an Märkten fördert man die lokale Landwirtschaft und die Biodiversität. Ich kaufe beispielsweise häufig am Wochenmarkt beim Kreuzplatz ein, da sieht man die Vielfalt der Schweizer Landwirtschaft in Aktion. Die Liste ist mit ein bisschen Kreativität und einer Prise kritischem Denken endlos!

Wir danken Yvonne Ammann für dieses Interview und die wertvolle Unterstützung als Themensponsor, um das Thema Gentechnologie und Saatgut redaktionell weiterzuentwickeln. Durch dieses Engagement wird es uns erst möglich, aktiv neue Filme zu finden, bestehende Inhalte aktuell zu halten und weiterführende Informationen zu recherchieren, um weiterhin die fundierte Plattform für Film und Nachhaltigkeit zu sein.

Schnell und einfach die besten Filme zum Thema Gentech-Saatgut finden?
Hier geht´s zu unseren Filmvorschlägen dazu – viel Spass beim Stöbern!

 

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