Power to Change ist der Film der zeigt: Die Zukunftsvision einer erneuerbaren Energieversorgung ist in vielen Ländern keine Vision mehr sondern Realität. Filme für die Erde befragt drei Erneuerbare Energien Pioniere wie sie die Zukunft der Schweizer Energieversorgung sehen.

Interviewpartner: Claudia Carle, Kommunikationsbeauftragte naturemade, Thomas Grädel, Leiter Firmenfinanzierung bei der Alternativen Bank Schweiz AG und, Andreas Appenzeller, Vorsitzender der Geschäftsleitung der ADEV Energiegenossenschaft

 

FfdE: Was begeistert Sie am meisten am Film Power to Change?

C. Carle: Der Idealismus, mit dem sich einige der Protagonisten des Filmes für die Energiewende einsetzen, ist ansteckend und motiviert hoffentlich auch viele andere Zuschauer. Neben den Menschen fand ich auch so innovative Ideen wie den Energiespeicher spannend, der nun an der Stelle eines Kernkraftwerkes entsteht.

A. Appenzeller: Kurze klare Berichte, Statements, Beispiele dass die Energiewende jetzt und heute schnell zu schaffen ist mit dezentraler Energieversorgung! Damit demokratisieren wir die heutige Energiewelt für eine bessere Umwelt, weniger Gewinne bei ganz Wenigen und bewahren uns vor Energie-Kriegen (Irak, Kuwait, Ukraine, etc.) mit entsprechenden Flüchtlingsproblemen!

T. Grädel: Mich begeistert am meisten wie der Film aufzeigt, dass wir die Möglichkeit haben unsere Energieversorgung aus erneuerbaren Energien zu decken, wenn wir wollen.

 

FfdE: Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit auch wir in der Schweiz 100% erneuerbar werden können?

T. Grädel: Die Politik muss die Rahmenbedingungen setzen. Diese sollten in Zukunft vermehrt die effektiven Gesamtkosten eines jeden Energieträgers berücksichtigen. Dies würde die Energie generell verteuern, aber auch zeigen, dass die erneuerbaren Energien gesamtwirtschaftlich betrachtet, deutliche Vorteile gegenüber fossilen und atomaren Energien haben. Durch mehr Kostenwahrheit wird die Wirtschaft quasi automatisch und nachhaltig in Richtung erneuerbare Energien umgestaltet.

C. Carle: Wichtig sind meiner Meinung nach auch glaubwürdige Qualitätsstandards und entsprechende Gütezeichen, die dem Gesetz vorausgehen und den Verbrauchern Orientierung geben. Sie tragen auch dazu bei, das Bewusstsein der Endkundinnen und Endkunden zu verändern.

A. Appenzeller: Im Stromsektor: Eine Kostendeckende Einspeisevergütung KEV wäre das einfachste und wirkungsvollste, wie das Beispiel Deutschland zeigt: von 2% auf 30% erneuerbare Energie innerhalb von 14 Jahren! So werden schnell vor allem Solarstromanlagen aber auch Wind- und kleine Wasserkraftanlagen installiert.

Bei der Mobilität: Auf Velo oder allenfalls Elektrovelo, – auto umsteigen. Das spart mindestens den 5-fachen Energieverbrauch von heute! Die Stromproduktion dazu muss dann erneuerbar erfolgen. Die gesamte Umstellung der heutigen Mobilität auf Strom würde den Stromverbrauch der Schweiz nur um 20% erhöhen!

Im Wärmesektor: Gebäude isolieren und den Rest mit Sonne, Holz und Wärmepumpe erzeugen.

 

FfdE: Was tragen Sie dazu bei, dass dieses Ziel erreicht werden kann?

A. Appenzeller: Privat wohne ich in Minergie P Haus, heize Solar und mit Holz, fahre mit dem Velo zur Arbeit und verzichte auf Flugreisen. Im Arbeitsleben leite ich eine genossenschaftliche Firmengruppe, die im Bürgerbeteiligungsmodell erneuerbare Energieanlagen finanziert, erstellt und betreibt.

C. Carle: Der Verein für umweltgerechte Energie VUE ist Träger des Schweizer Gütesiegels naturemade, das erneuerbare und ökologische Energie auszeichnet. Er setzt sich seit 1999 für die Förderung der erneuerbaren Energieproduktion ein und gewährleistet, dass dabei auch der Natur Sorge getragen wird.

T. Grädel: Über 12 % der Kredite der Alternativen Bank Schweiz (ABS) sind im Bereich Neue Erneuerbare Energie. Damit ermöglicht die ABS über 100 Projekte im Umfang von über 140 Millionen Franken.

 

FfdE: Was kann ich als Einzelperson tun, damit wir dem Ziel 100% erneuerbar näher kommen?

C. Carle: Jeder einzelne fällt im privaten oder beruflichen Alltag immer wieder energierelevante Entscheidungen: Wieviel Komfort möchte ich, z.B. beim Raumbedarf oder beim Reisen? Welche elektrischen Geräte brauche ich? Kaufe ich die energetisch besten? Beziehe ich erneuerbare und ökologische Energie? Je mehr Einzelpersonen diesen Spielraum engagiert ausnutzen, desto schneller nähern wir uns dem Ziel 100% erneuerbar.

T. Grädel: Weniger Energie verbrauchen, zertifizierten Naturstrom beziehen, energiesparende Apparate verwenden.

A. Appenzeller: Mir bewusst werden, wieviel Energie ich tagtäglich verbrauche! Problemlos kann ich dies auf ein Minimum reduzieren ohne Komforteinbusse. Den Rest mit erneuerbarer Energie decken.

Die Fünf Beispiele mit denen man am meisten Energie spart:

  1. Wohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes wählen, nur in sehr gut isoliertem Haus mieten, oder eigenes Haus stark dämmen und erneuerbar heizen.
  2. Täglicher Arbeitsweg NICHT mit dem eigenen Auto zurücklegen, sondern mit ÖV oder Velo.
  3. Duschen nur mit Warmwasser über Solar beheizten Boiler
  4. Nahrung: Saisongemüse und weniger Fleisch essen
  5. Ferien/Freizeitdestinationen in der Nähe bevorzugen, möglichst keine Flugreisen

 

Wir danken Claudia Carle, Thomas Grädel und Andreas Appenzeller für dieses Interview und wünschen weiterhin viel Erfolg mit den Bemühungen für eine 100% erneuerbare Energieversorgung der Schweiz.

Weitere Informationen zum Film Power to Change und die DVD des Films kann hier bestellt werden.

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