Ein lang gehegter Traum geht für unser Kernteam und mich in Erfüllung: Wir dürfen unser Wirkungsfeld erweitern und nicht nur in neue Wirkungsbereiche sondern auch neue Länder wachsen. Das führt dazu, dass ich die Leitung des Vereins Filme für die Erde Schweiz an unsere langjährige Mitstreiterin Antonia Merz abgebe. Hier die Details…

Es begann 2006 mit einer kleinen Idee…
…die Kraft von Filmen auf undogmatische Art und gezielt inszeniert zu nutzen, dass Menschen sich auf neue Information einlassen und wir zeigen dürfen, was Regisseure weltweit entdeckt haben: Die Menschheit ist der grösste Einfluss auf das Leben der Erde und – bis jetzt kein guter. Vielmehr bedroht sie den Fortbestand des Lebens als Ganzes auf diesem Planeten, indem Sie die Erde in einen heisseren Zustand bringt (Klimawandel), viele kurzfristig nicht abbaubare Substanzen verbreitet (Plastik, Toxine, Atommüll, manipulierte DNA) und dazu noch natürliche Ökosysteme durch Ressourcen-Abbau und Landwirtschaft vernichtet.

Mir und den allerersten Weggefährten von damals war klar, dass dieser Sachverhalt dringend bekannter gemacht werden muss und auf vielen verschiedenen Ebenen Handlung auslösen muss. Und dass Filme über Bilder, Ton, Geschichte, Fakten und Vorbilder Menschen öffnen, bewegen, informieren und bewusster machen können. Ausser dem puren Willen dazu möglichst viele Filmvorführungen zu machen und Weitergabe-DVDs zu verschenken, war noch nicht viel anderes da, aber wir brachen inspiriert auf. Und wir sind nicht die einzige Organisation zu Nachhaltigkeit, die rund um 2006 entstand.

Aller Anfang sind Freunde
Mit Hilfe von Freunden richtete ich ein Büro ein. Der selfmade-Drucker Andreas Baldegger stand mir unbeschriebenem Blatt mit unternehmerischen Tipps und sehr viel Inspiration, Ermutigung und finanzieller Unterstützung bei. Die Grafikerin Nathalie Gaggini schuf ohne Gegenleistung Logo und CI und lud zu ihrem Büroplatz ein. Michael Zeugin tauchte 2007 auf und half mir als Mitgründer, den Verein als juristisches Gefäss zu gründen und stand sehr rasch als wichtiger Freund und strategischer Beirat im Vorstand zur Seite – bis heute. Die Volkart Stiftung unterstütze den jungen Verein mit einer Anschubfinanzierung und schon konnte das erste Jahr bewältigt werden. Erste Events, erste Schulaktionen wurden ausprobiert. Natürlicherweise entstand eine Website mit den damals 10 Filmen, dies es zu diesen Themen gab. Durch Glück, glaubwürdige Ideen und Freundschaften entschied die Swisscom 2008 dann als Hauptsponsor einzusteigen und dies ermöglichte nun schon vieles.

Freunde, aber auch Kauze kamen und gingen wieder. Chaos und Fantasie wurde nach und nach durch Struktur und Erfahrung ersetzt. Diana Morini und Martin Reutimann tauchten auf und schuf mit mir bedingungslos und mit enormen Elan das erste Filme für die Erde Festival in 6 Städten der Schweiz. Nach 4 Jahren hatte ich mit Hanna Selm, Daniela Schöb, Martin und Diana und ihren eigenen Event-Praktikanten endlich ein so lang ersehntes Team und von da an ging es schnell. In 5 Jahren wuchs das Filme für die Erde Festival besuchermässig um den Faktor 15. Das ist kein Schreibfehler. Und von drei Personen im Kernteam wuchsen wir auf 15. Mit Alina, Antonia, Marcel Nüesch, Sascha Aeppli und vielen anderen als nun langjährige Weggefährten. Die Ideen wurden immer substantieller und besser. Ein Werk von Menschen und Dingen, die ineinander spielen entstand. Von wenigen tausend Franken Unterstützungsbeiträgen im Jahr wuchsen wir auf über eine halbe Million an und sind nun allen grossen Städten der Schweiz zuhause. Der Vorstand professionalisierte sich entsprechend mit und wir durften einen langjährigen Freund und Unterstützer, Chris Huggenberg im Vorstand aufnehmen. Seine warme, engagierte und herzensgute Art hilft uns immer wieder stressvolle Zeiten mit viel Reibung friedvoll zu überstehen. Filme für die Erde wurde immer mehr eine Marke und oft ein Genre-Begriff für Filme, die den Einfluss des Menschen auf die Erde zeigen. Wer hätte das voraussehen können.

Persönlicher als man denkt
Was ich immer wieder jungen Gründern rate, ist, dass mit dem Wachsen einer Organisation auch die Gründer persönlich mitwachsen müssen, um nicht selbst zum grössten Hindernisse zu werden. Als Spontanität liebender Freigeist gab ich mich also Buchhaltung, Recht und Ordnung, Personalwesen, Versicherungen, Mitarbeitergesprächen, Netzwerk-Konfigurationen und Rapporten hin, damit alles vorwärts kommt. Mein Team verlangte auch bald nach einem regelmässigen Erscheinen im Büro. Programmiersessions bis nachts um vier lagen nicht mehr drin, um neun erwarteten mich Sitzungen und To Do’s. Ich habe die ersten Kündigungen überlebt. Solche, die wir traurigerweise erhielten und solche, die wir unglücklich geben mussten. Aber auch Unsicherheiten bezüglich Finanzierung, als auch glorreiche Momente, wo ich auf der Bühne gefeiert wurde um gleich danach dem dem Event allein zu grosse Schachteln durch eisigen Schnee heimzutragen. Ich denke, das kennen alle Gründer und gerade solche Momente sind die wertvollsten. Und so erging es und ergeht es noch auch meinen Weggefährten. Manche nahmen mir sehr grosse Lasten ab und wuchsen dadurch selbst zu bemerkenswerten Individuen heran.

Ich denke, mir half es zu erfahren, zu was ich fähig bin, wo ich aber Grenzen habe und wie alles kommt und geht. Wie ich von Bewunderung zu Arroganz verführt werden kann oder Respekt einfordere, wo ich besser bescheiden bliebe. Wie ich Mitarbeiter unterstützen und als Leitung dienen kann, oder wie man andere Menschen komplett entmutigen und überfordern kann. Wie ich einem Vorstand ermögliche, mir wirklich hilfreich zur Seite zu stehen aber mich auch zu prüfen und herauszufordern. Ich hatte Glück und hatte immer viele gute, fähige und selbstlose Menschen zur Seite. Ich vermute, ich bin der, der am meisten von Filme für die Erde profitierte. Danke, ich verbeuge mich vor den Ideen, die in unseren Köpfen und Herzen gelandet sind und hoffe zutiefst, wir können etwas zum Erhalt der Lebensgrundlagen beitragen damit. Jeden Tag fragen wir uns, wie es besser geht.

Das nächste Level
Doch, das ist noch nicht alles. In den letzten zwei Jahren taten sich fruchtbare Herausforderungen und Chancen auf. Das Verschwinden der DVD zwang uns zur Digitalisierung. Unsere ersten Digitalisierungschritte haben dazu geführt, dass wir nun 400 Filme online betrachtbar haben. Diese sind mit einer bemerkenswerten Suchfunktion und spannenden Stöberseiten auffindbar, wie es zu diesem Thema weltweit noch nicht existiert. Der erste Prototyp eines “Filmfensters” bringt unsere Inhalte auf fremde Websites. Und intern arbeiten wir mit Filmdaten, -files, -bildern und Know How wie nun zuvor und beraten international Menschen, die mit Filmen Menschen bewegen wollen.

Die schiere Grösse des Festivals und der Schulaktionen und wieviele Menschen wir jedes Jahr mit Filmen erreichen können, machte uns klar, dass wir gleich Filmrechte erwerben können. Schon 8000 Augenpaare haben zu diesem Zeitpunkt unsere eigenen 6 Filme betrachtet.

Und wir haben so einen Hebel entwickeln können, der über die Schweiz hinausgeht. Juliane Schöll tauchte auf und liess sich von Chris, Michael und mir dazu verführen, Filme für die Erde Deutschland zu gründen. Mit ihrem eigenen Vorstand und ersten Weggefährten geht sie nun auf ihren eigenen magischen Weg. Benjamin Rahn, Tiny House Bewohner, gesellt sich dazu und macht in Österreich als offizieller “Filme für die Erde Botschafter” nun seine allerersten Schritte Richtung Vereinsgründung. Die erste grosse internationale Schulaktion naht. Ich freue mich so auf die weiteren bemerkenswerten Menschen, die aus anderen Ländern noch auftauchen werden.

Parallel folgte Michael seiner Inspiration, eine Filme für die Erde Stiftung zu gründen. 200 Stunden seiner engagierten freiwilligen Arbeit später, haben wir eine ganz neue Art von juristischem Gefäss und Mittel. International, ein Dach, geachtet, langfristig und unter Aufsicht des Bundes. Langjährige Freunde und Unterstützer liessen sich am 10-Jahres-Jubiläum inspirieren und trugen zusammen das Startkapital zusammen. Und wieder springt die Volkart Stiftung als wichtige Anfangsunterstützung ein. Die Stiftung soll unsere besten Filme international für viele Jahre verfügbar halten, für gemeinnützige Anwendungen freigeben können, ein Dach und Scharnier für ein Netzwerk von Ländersektionen sein, aber auch Legate und Filmpatenschaften ermöglichen.

Ende und Neuanfang…
Ich verlasse Filme für die Erde Schweiz und mein wunderbares Team dort. Ich darf mein bisheriges Tätigkeitsfeld Antonia Merz abgeben, welche ich sehr schätze und als eine Kostbarkeit für Filme für die Erde ansehe.  Ich stehe ihr noch als Vorstandsmitglied zur Verfügung und darf gleichzeitig als erste Geschäftsleitung der Filme die Erde Stiftung ganz neue Bereiche öffnen. Von ganz klein zu hoffentlich ähnlichem Erfolg, wie es der Schweizer Verein erfahren durfte. Es entspricht meinem Naturell, neue Bereiche zu erforschen und zu entwickeln. Der Vorstoss in fremde Länder, die Welt der Filmrechte und weitere neuartige Schritte im Zuge der weltweiten Digitalisierung warten auf mich und erfreue mich zutiefst.

Ich danke allen Personen, welche die letzten Jahre ihr Vertrauen, ihre Zeit und Ressourcen und ihre Unterstützung unseren Ideen zugefügt haben und werde mich weiterhin anstrengen, mein Bestes zu geben, im wichtigen und zentralen Ringen um eine nachhaltig aufgestellte menschliche Zivilisation auf dieser bemerkenswerten Erde.

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Wer sich für die vielen Teilschritte der Organisation Filme für die Erde interessiert, darf gerne in unserer Zeitlinie stöbern.

 

 

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