iStock_lambs_head2head_pptTeko Socks

Die besten Socken auf dem Planeten – die besten Socken für den Planeten. Dieses Versprechen gab Gordon Fraser, Gründer von Teko Socks vor 10 Jahren.

Was die Merinoschafs-Wolle und Recycling-Netz-Socken so einzigartig macht, erzählten uns Rafael Ziani, Geschäftsführer von Naturzone und Manuel Maier, Einkäufer von Transa Travel & Outdoor in einem Interview.

Fragen an Rafael Ziani

FfdE: Aus welchem Grund entstand Teko und wer hat es gegründet?

Rafael: Teko wurde von Outdoor Enthusiasten gegründet, welche schon lange in der Outdoor Branche arbeiteten. Diese sahen, dass es möglich ist, Produkte nachhaltiger zu produzieren und dennoch technisch in der obersten Liga mitspielen zu können.

FfdE: Was bedeutet eigentlich Teko?

Rafael: Teko leitet sich aus Tec (technisch) und Eco (Nachhaltig) zusammen, ist kurz und einprägsam.

FfdE: Teko Socken werden aus dem Grundmaterial Wolle des Merino Schafes gemacht. Was zeichnet dieses Material aus und was macht es so beliebt bei den Sportlern?

Rafael: Teko produziert Socken aus folgenden Hauptmaterialien; Mulesing  [Ein für das Schaf schmerzhafte Verfahren, bei dem die Haut rund um den Schwanz entfernt wird um einen Befall mit Fliegenmaden zu verhindern. Ist in Australien und Neuseeland gebräuchlich. Anmerk. des Verfassers] und chlorfreie Merinowolle aus Argentinien, recycliertem PET und neu auch aus recyclierten Fischernetzen!

Die Merinowolle zeichnet sich mit folgenden Eigenschaften aus; Die Geruchsbildung ist massiv geringer wie bei anderen Materialien, sie ist ultraweich und reguliert mit ihren natürlichen Eigenschaften die Temperatur optimal. 

FfdE: Werden denn die Tiere auch ökologisch und tiergerecht gehalten? Wo leben diese?

Rafael: Die Farmen in Argentinien, von welchen Teko die Wolle bezieht arbeitet mit Kleinherden, die meist nur mit Pferden (keine motorisierten Fahrzeuge) besucht und kontrolliert werden. Die Merinoschafe leben rund 11 Monate in der Freiheit und werden nur einmal jährlich zur nachhaltigen Schur zusammengezogen. Die Farmen arbeiten 100% Mulesing frei. Die Transportwege nach Europa, wo die Weiterverarbeitung erfolgt, sind massiv geringer wie aus Australien und Neuseeland. Die Bluesign zertifizierte Bleichung, sofern diese notwendig ist, erfolgt bei Bregenz und ist chlorfrei, was nicht der Regel entspricht.

FfdE: Warum hat sich Teko nicht für Baumwolle entschieden? Was ist denn der Unterschied zwischen Baumwolle und Merinowolle?

Rafael: Baumwolle ist eine Hohlfaser, welche Feuchtigkeit aufsaugt und nur schwer wieder trocknet. Dies ist in den meisten Sportschuhen ungeeignet. Weiter entwickeln sich massiv höhere Gerüche auf Baumwollfasern.

FfdE: Wie sieht es denn mit den zusätzlichen Produktions-Materialien aus? Welche sind es und wie werden sie gewonnen?

Rafael: PET (Post Consumer) wird bei den meisten Socken als Trägerfaden verwendet. Die neuen Socken aus rezyklierten Fischernetzten bestehen zu fast 100% aus den daraus gewonnenen Polyamiden. Dieses ist nach der Lebensdauer wieder verwertbar und kann wiederum zu Socken verarbeitet werden. Die Verpackungen sind aus Recycling-Karton und bedruckt mit pflanzlich basierenden Farbstoffen.IMG_5594

FfdE: Die Produktion der Socken wird ja zu 100% mit nachhaltiger Energie (Sonnen- und Windenergie) vorgenommen. Welche Schritte sind da gemeint?

Rafael: Die Schaffarmen werden hauptsächlich mit Pferden betreut. Der Transport jedoch erfolgt per Schiff nach Europa, wobei die Transportwege so gering wie möglich gehalten werden. Die Produktionsstätte in Italien hat ein riesiges Solarfeld aufgebaut, welches den effektiven Produktionsbedarf an Energie massiv übersteigt.

FfdE: Wieso und wie kann man Teko Socken zu 100% recyceln?

Rafael: Wiederverwenden kann man vor allem die Modelle aus Fischernetzen. Dies ist die höchste Qualität Nylon (Nylon 6). Dies kann immer wieder zu Polyamiden rezykliert werden. Rückgabe nach der Lebensdauer erwünscht! Diese Modelle sind auch Vegan. Bei Merinowolle/ PET ist dies praktisch unmöglich, da die Fasern bei der Herstellung stark vermischt werden und zudem noch Nylon als Abreibsschutz haben, damit die Lebensdauer dafür ausgedehnt werden kann.

FfdE: Wie ist die Zusammenarbeit zwischen Teko und dir zustande gekommen?

Rafael: Ich habe bis 2008 mit einer Merinomarke den Aufbau mitgestaltet und mich danach selbständig gemacht. Ich habe nach einer Merinomarke gesucht, welche nachhaltiger arbeitet und somit Teko entdeckt, welche zu diesem Zeitpunkt nur in England und der USA/ Canada erhältlich waren. Dank den in der Schweiz nachhaltig handelnden EinkäuferInnen hatte ich auch schnell Erfolg.

FfdE: Warum sollte ich mir Teko Socken kaufen?

Rafael: Teko ist eine nachhaltige Alternative zu den bekannten Sockenherstellern was sich trotzdem nicht im Preis niederschlägt. Es ist der Beweis, dass nachhaltiges Handeln nicht teurer sein muss und die Qualität mindestens dem Standard der auf dem Markt erhältlichen Socken entspricht. Zudem sind diese sehr bequem und chlorfrei.

 

Fragen an Manuel Maier

FfdE: Warum hat Transa die doch relativ teuren Sportsocken im Sortiment aufgenommen und was tragen sie zum Nachhaltigkeits-Engagement von Transa bei?

Manuel: Transa hält viel von Tekos Umwelt- und sozialem Engagement und will die Herstellung von recyceltem Polyamid aus Fischernetzen unterstützen. Diese trägt nicht nur zur Reinigung der Weltmeere von Plastik, sondern auch zum Wiedereinbringen wertvoller Ressourcen in den Stoffkreislauf bei. Indem Transa ihrer Kundschaft nachhaltige Alternativen zum Kauf anbietet, fördert sie Bewusstsein und regt zum nachhaltigeren Einkaufen an.

FfdE: Was unterscheidet die Teko Socken von den anderen Socken im Transa Sortiment?

Manuel: Die nachhaltigen Eigenschaften waren bei der Wahl der Socken nicht allein entscheidend. Der ergonomische Schnitt ohne störende Nähte hat mich von Anfang an überzeugt. Nach einem ausgiebigen Praxis Test stellte ich fest, dass das Material sehr atmungsaktiv ist. Auch stinken sie (für synthetische Socken) praktisch nicht. Natürlich ist auch der Reflektor am Sockenrand ein super Alleinstellungsmerkmal.

FfdE: Welchen Typen von euren Kunden werden Teko Socken angeboten?

Manuel: Grundsätzlich sprechen wir mit den Teko Socken alle möglichen Kundentypen gleichermassen an. Teko ist als Firma für ihr nachhaltiges Engagement bekannt und spricht dementsprechend umwelt- und sozialbewusstere Kunden besonders an.

FfdE: Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Transa und Teko aus? Werden noch weitere Socken hinzukommen?

Manuel: Bereits 2010 hatten wir eine Zusammenarbeit, wo Teko aus Ausschusssocken Stofftieraffen produzierte und wir diese verkauften. Der gesamte Erlös ging anschliessend an den Verein Waldpatenschaft. Ausserdem unterstützten wir Teko bei ihrer Initiative, die zur Hilfe benachteiligter Kinder ins Leben gerufen wurde: Beim Kauf jedes Paares aus der SOCKS4SOCKS-Kollektion, spendet Teko ein Paar Socken an die Schweizer Berghilfe. 

Wir danken Transa Travel & Outdoor und Naturzone für all die Informationen und das Engagement!

Wer die Socken einmal selbst ausprobieren möchte, kann dies in jeder Transa Filiale tun. In unserem Textil-Booklet ist ausserdem ein Coupon zu finden, mit dem ihr die coolen Socken vergünstigt bei Transa Travel & Outdoor erhalten könnt. Dieses werden wir am 18. September 2015 am Filme für die Erde Festival in 15 Städten verteilen. Also schnell Website checken, Film aussuchen und zum Festival kommen!

Weitere Links:

www.transa.ch

www.naturzone.ch/tekosocks

www.tekoforlife.com

 

07.09.15, Selina Niederberger

Eine Antwort

  1. Rebecca

    An sich ein sehr interessanter Artikel – ich höre/lese zum ersten Mal davon.
    Allerdings finde ich eine o.g. “Formulierung” sehr irreführend:

    “FfdE: Teko Socken werden aus dem Grundmaterial Wolle des Merino Schafes gemacht. Was zeichnet dieses Material aus und was macht es so beliebt bei den Sportlern?

    Rafael: Teko produziert Socken aus folgenden Hauptmaterialien; Mulesing [Ein für das Schaf schmerzhafte Verfahren, bei dem die Haut rund um den Schwanz entfernt wird um einen Befall mit Fliegenmaden zu verhindern. Ist in Australien und Neuseeland gebräuchlich. Anmerk. des Verfassers] und chlorfreie Merinowolle aus Argentinien, recycliertem PET und neu auch aus recyclierten Fischernetzen!”

    Dies klingt fast danach, als würden sie hauptsächlich MIT Mulesing arbeiten – was natürlich nicht der Fall ist, wie man aus der nächsten Antwort weiter unten herauslesen kann. Dennoch musste ich zuvor den Satz mehrfach lesen, und konnte nicht glauben bzw. verstehen, warum FfdE solche Praktiken gutheißt (vermeintlich).

    Vielleicht wäre es da angebracht, dies zu verdeutlichen, um künftigen Lesern diese Verwirrung zu ersparen.

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